Buchrezension: Internes Coaching

Dol­lin­ger, Anja/Limpächer, Peter (Hrsg.): Inter­nes Coa­ching – Pra­xis­be­rich­te, Pro­zes­se, Metho­den. Gebun­den, 448 Sei­ten; BEL­TZ-Ver­lag, 2015, 39,95 €

Unter­neh­mens­in­ter­nes Coa­ching boomt der­zeit, aber spe­zi­el­le Lite­ra­tur zum The­ma gab es bis­her noch gar nicht: Die­se Lücke zu schlie­ßen sind die bei­den Her­aus­ge­ber ange­tre­ten, die selbst seit Jah­ren als Coachs und Coach-Aus­bil­der tätig sind.

Her­aus­ge­kom­men ist ein umfas­sen­des und fun­dier­tes Buch, wel­ches in knapp 30 für sich abge­schlos­se­nen Auf­sät­zen von ver­schie­de­nen Auto­ren unter­schied­li­che Aspek­te von unter­neh­mens­in­ter­nem Coa­ching beleuch­ten.

Los geht es im ers­ten Teil mit meh­re­ren Tex­ten, wel­che die aktu­el­le Situa­ti­on auf dem „inter­nen Coa­ching-Markt“ ana­ly­sie­ren und erör­tern.

In den Fol­ge­tei­len wer­fen dann wei­te­re Auto­ren Schlag­lich­ter auf ein­zel­ne Fra­ge­stel­lun­gen oder The­men. Mal geschieht dies in Form eines theo­re­ti­schen Auf­sat­zes, mal eines Inter­views oder eines Berich­tes aus einem Pra­xis­pro­jekt. Immer wer­den die Kapi­tel mit einer Lite­ra­tur­lis­te abge­run­det, oft mit Gra­fi­ken, Tabel­len, Bei­spie­len, Sit­zungs­pro­to­kol­len, Übun­gen oder Refle­xi­ons­fra­gen ergänzt.

So ent­steht ein bun­tes, durch die Abwechs­lung gut les­ba­res und den­noch umfas­sen­des und sehr fun­dier­tes Werk. Dass ein Sam­mel­werk ver­schie­de­ner Auto­ren, die mal den Schwer­punkt auf die Theo­rie, meist aber auf die Pra­xis rich­ten, weder lücken­los noch aus einem Guss sein kann, ver­steht sich von selbst. Den­noch ist es den Her­aus­ge­bern gelun­gen, ein Buch vor­zu­le­gen, wel­ches sowohl sehr breit als auch in der gebo­te­nen fach­li­chen Tie­fe das The­ma „Inter­nes Coa­ching“ dar­stellt und somit Ent­schei­dungs­trä­gern in Unter­neh­men, Per­so­nal­ent­wick­lern und inter­nen, aber durch­aus auch exter­nen Coachs ein umfas­sen­des Nach­schla­ge­werk mit zahl­rei­chen Anre­gun­gen und Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen lie­fert.

chan­ge con­cepts-Fazit: Ein sehr umfang­rei­ches, fun­dier­tes Kom­pen­di­um des unter­neh­mens­in­ter­nen Coa­chings, wel­ches das Zeug zum Stan­dard­werk für jeden Per­so­nal­ent­wick­ler und inter­nen Coach hat und einen Fun­dus an Anre­gun­gen und Ide­en lie­fert.

Jubiläumsausbildung fast ausgebucht — nur noch wenige freie Plätze!

Unse­re Jubi­lä­ums­aus­bil­dung "Sys­te­mi­sches Coa­ching", der 25. Durch­gang, ist fast aus­ge­bucht. Wer noch einen der weni­gen frei­en Rest-Plät­ze ergat­tern will, wird gebe­ten, sich zeit­nah im Büro von chan­ge con­cepts zu mel­den. Nähe­re Infor­ma­tio­nen gibt es eben­falls im Büro oder hier:http://change-concepts.de/wp-content/uploads/COACH-25.pdf

Buchrezension: Achtsamkeit in der Natur

Hup­pertz, Micha­el und Schat­an­ek, Vere­na: Acht­sam­keit in der Natur — 84 natur­be­zo­ge­ne Acht­sam­keits­übun­gen und theo­re­ti­sche Grund­la­gen. Bro­schiert, 320 Sei­ten; Jun­fer­mann-Ver­lag, 2015, 25,- €

Das Buch des Ärzt­li­chen Psy­cho­the­ra­peu­ten Hup­pertz und der Natur­päd­ago­gin Schat­an­ek ver­steht sich als umfas­sen­des Lehr- oder Hand­buch zum The­ma und rich­tet sich v.a. an Grup­pen­lei­ter und Coachs.

Es beginnt nach einer the­ma­ti­schen Ein­lei­tung mit einem Kapi­tel „Grund­la­gen“, in dem das Kon­zept der Acht­sam­keit erläu­tert wird, acht­sa­me Natur­zu­gän­ge erör­tert wer­den und Emp­feh­lun­gen für die Acht­sam­keits­pra­xis in der Natur gege­ben wer­den.

Es folgt ein Kapi­tel mit 84 kon­kre­ten Übun­gen, die detail­liert und struk­tu­riert beschrie­ben wer­den inklu­si­ve Mate­ri­al- und Zeit­be­darf, Dau­er, Metho­dik und Eig­nung für bestimm­te Alters­grup­pen.

Das drit­te Kapi­tel schließ­lich befasst sich in meh­re­ren als Ein­zel­auf­sät­ze je eines der Auto­ren ver­fass­ten Tei­len mit Aspek­ten wie Natur­päd­ago­gik, der Bedeu­tung von Acht­sam­keit in der Natur für Gesund­heit und Wohl­be­fin­den, Naturethik und schließ­lich Spi­ri­tua­li­tät.

Ergänzt wird das Buch durch ein Übungs-, sowie ein umfas­sen­des Lite­ra­tur­ver­zeich­nis.

Posi­tiv am Buch her­vor­zu­he­ben ist aus unse­rer Sicht die umfas­sen­de und fun­dier­te Dar­stel­lung sowie die Viel­zahl und Umset­zungs­ori­en­tier­te Dar­stel­lung der vor­ge­stell­ten Übun­gen. Wer Anre­gun­gen für ein Acht­sam­keits­trai­ning in und mit der Natur sucht, wird ganz sicher mit Ide­en fün­dig wer­den.

Die Fül­le der theo­re­ti­schen Quer­be­zü­ge zu ande­ren The­men der Natur­päd­ago­gik und Spi­ri­tua­li­tät mag jedoch eher ver­wir­rend sein, wenn man tat­säch­lich eher das The­ma Acht­sam­keit im klas­si­schen Ver­ständ­nis (nur eben bezo­gen auf die Natur) erwar­tet. Auch kann irri­tie­ren, dass man­che der vor­ge­stell­ten Übun­gen eher in die Rubrik „Bas­teln mit Natur­ma­te­ria­li­en“ gehö­ren oder auf ande­re Art eher die Natur beein­flus­sen und benut­zen, statt sie ein­fach nur absichts­los wahr­zu­neh­men.

chan­ge con­cepts-Fazit: Wer sich mit Acht­sam­keit in der Natur aus­ein­an­der­set­zen will wird im Buch auf jeden Fall vie­le Infor­ma­tio­nen und Anre­gun­gen fin­den. Teil­wei­se schei­nen die Inhal­te jedoch eher einer all­ge­mei­nen Natur- bzw. Erleb­nis­päd­ago­gik als einer klas­si­schen Acht­sam­keits­pra­xis ent­lehnt zu sein.

Seminar EMDR für Coachs verschoben

Das Semi­nar "EMDR für Coachs" mit Andre­as Zim­mer­mann ist aus orga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den ver­scho­ben auf März 2018. Wei­te­re Infos gibt es im Büro von chan­ge con­cepts oder hier:http://change-concepts.de/wp-content/uploads/EMDR-für-Coachs-change-concepts.pdf

Interviews mit Absolventen, Teil 10: Simone Profitlich

Lie­be Simo­ne, nach dei­ner Coach-Aus­bil­dung bei chan­ge con­cepts hast du dich selb­stän­dig gemacht. Wann war das genau und was bie­test du genau an? Wer ist dei­ne Ziel­grup­pe? Was macht dich als Coach aus?

Dank dei­ner Aus­bil­dung, die ich sehr genos­sen habe und bis heu­te ger­ne dar­an zurück­den­ke, habe ich mich 2010 als Unter­neh­mens­be­ra­te­rin in Öster­reich selb­stän­dig gemacht. Mein Arbeits­ort ist haupt­säch­lich in der Umge­bung von Wien und im Rhein-Main-Gebiet. Als Basis gedient haben mir mei­ne jah­re­lan­ge Indus­trie-Erfah­rung in der Medi­zin­pro­duk­te- und Phar­ma­bran­che, kom­bi­niert mit der Aus­bil­dung zum Coach und eben­so einer Zer­ti­fi­zie­rung zum Fach­trai­ner Wirt­schafts- und Sozi­al­kom­pe­tenz. Schon bei der Grün­dung mei­nes Unter­neh­mens pro­fit­lich trai­ning coa­ching con­cepts stand fest, dass dies auf drei Säu­len ste­hen soll­te: Coa­ching, Work­shop-Mode­ra­tio­nen und bei Bedarf Mar­ke­ting­un­ter­stüt­zung auf­grund mei­ner vor­he­ri­gen Lauf­bahn.

Mei­ne Ziel­grup­pe sind vor allem Unter­neh­men in recht regu­lier­ten Berei­chen (Phar­ma und Medi­zin­pro­duk­te, Gase-Her­stel­ler, Finanz­un­ter­neh­men, Lebens­mit­tel). Hier sind es dann vor­wie­gend die Füh­rungs­kräf­te, mit denen ich sehr viel arbei­te. Eine Her­zens­grup­pe sind für mich die ganz „jun­gen“ Füh­rungs­kräf­te, die am Beginn oder sogar noch direkt vor ihrer Füh­rungs­lauf­bahn ste­hen. Die­se im Sin­ne einer res­sour­cen­vol­len Arbeit bei dem Spa­gat „Vom Exper­ten zur Füh­rungs­kraft“ beglei­ten zu kön­nen und sie dabei zu unter­stüt­zen ihre Mit­ar­bei­ter kraft­voll zu füh­ren, ist für mich eine ech­te Freu­de. Dabei bezieht sich „kraft­voll“ auf „eige­ne Kräf­te erhal­ten“ und „Mit­ar­bei­ter bei Kräf­ten zu hal­ten“ in der heu­te so schnell­le­bi­gen, infor­ma­ti­ons-inten­si­ven und leis­tungs­ori­en­tier­ten Arbeits­welt. Ein Stück Gesund­heit in Unter­neh­men, ihrer Kul­tur und Zusam­men­ar­beit zurück­zu­ge­ben, fin­de ich loh­nens­wert. Mein eige­ner Slo­gan, der nur für mich selbst aus­ge­spro­chen war bei mei­ner Grün­dung lau­tet: „Gesund mit mei­nen Kun­den vol­ler Freu­de zusam­men­zu­ar­bei­ten“. So hal­te ich das bis heu­te.

Dazu gehört vor allem für mich immer die Berück­sich­ti­gung des Kon­tex­tes mei­ner Kli­en­ten und ihren Anlie­gen. Nur wenn etwas sinn­voll erscheint, kann es die not­wen­di­gen Umset­zungs­kräf­te frei geben.

Was mich sonst noch als Coach aus­macht ist sicher mei­ne Vor­lie­be für die „Macht der Spra­che“, Acht­sam­keit im Umgang mit mir und mei­nen Kli­en­ten, ich schät­ze den Ein­satz von Wert­schät­zung, ver­se­he Pro­zes­se ger­ne mit Klar­heit und Struk­tur und kann doch Fle­xi­bil­tät dar­in ermög­li­chen. Zudem glau­be ich, dass ich eine gewis­se Gelas­sen­heit und Zuver­sicht aus­strah­le. Mein uner­schüt­ter­li­cher Glau­be, dass mei­ne Kli­en­ten alles besit­zen, was sie für ihre Lösun­gen brau­chen und wie eine Heb­am­me ihnen dabei zu hel­fen, es ans Tages­licht zu holen. Mit einem Schuss Humor, wenn mei­ne Kli­en­ten ihn gera­de gut gebrau­chen kön­nen.

Wie lief das so mit der Exis­tenz­grün­dung? Was hat dir gehol­fen und wel­chen Her­aus­for­de­run­gen hast du gegen­über gestan­den?

In Öster­reich ist die Zulas­sung als Coach über zwei Wege regu­liert. Es ist also kein frei­es Gewer­be wie in Deutsch­land:

a) Als diplo­mier­ter Lebens- und Sozi­al­be­ra­ter: Nach einer ca. 2,5 Jah­re lan­gen Aus­bil­dung zum diplo­mier­ten Lebens- und Sozi­al­be­ra­ter ist man danach berech­tigt, Pri­vat­per­so­nen in ihren per­sön­li­chen Lebens­the­men zu coa­chen. Um der hohen Ver­ant­wor­tung die­ser Arbeit zu ent­spre­chen und den Rat­su­chen­den Schutz und Ori­en­tie­rungs­hil­fe am “Psy­cho­lo­gi­schen Markt” zu geben, wur­de vom Gesetz­ge­ber Lebens- und Sozi­al­be­ra­tung im Jahr 1989 vom frü­her “frei­en” Gewer­be (d.h. kei­ner­lei Befä­hi­gungs­nach­weis not­wen­dig) in meh­re­ren Schrit­ten in ein “regle­men­tier­tes” Gewer­be umge­wan­delt.

b) Als Unter­neh­mens­be­ra­ter: Hier muss man die Fähig­keit nach­wei­sen ein Unter­neh­men zu füh­ren. Dies geschieht ent­we­der über die ent­spre­chen­de Aus­bil­dung als Unter­neh­mens­be­ra­ter oder über einen indi­vi­du­el­len Befä­hi­gungs­nach­weis über die bereits vor­han­de­nen prak­ti­schen Erfah­rung einer Unter­neh­mens­lei­tung. Mit dem Gewer­be­schein als Unter­neh­mens­be­ra­ter darf ich Per­so­nen­krei­se betrieb­li­cher Umge­bung coa­chen und bera­ten. Ich gehö­re als Unter­neh­mens­be­ra­te­rin der Wirt­schafts­kam­mer in Öster­reich an – dem Fach­kreis Unter­neh­mens­be­ra­tung und Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie.

Damit war der Weg in mei­nem Fall vor­be­stimmt – der indi­vi­du­el­le Befä­hi­gungs­nach­weis über sämt­li­che erwor­be­nen Qua­li­fi­ka­tio­nen und Erfah­run­gen (belegt über Arbeits­zeug­nis­se) waren not­wen­dig für den Gewer­be­schein, um als Coach zu arbei­ten. Dies ist ver­bun­den mit der Vor­la­ge bei der ent­spre­chen­den Behör­de. Nach Erhalt des Gewer­be­schein des regle­men­tier­ten Gewer­bes als Unter­neh­mens­be­ra­ter konn­te es los­ge­hen.

Das klingt ja, ver­gli­chen mit unse­rer deut­schen Rechts­la­ge, dann doch etwas kom­pli­zier­ter und büro­kra­ti­scher. Kannst du denn heu­te von dei­ner Arbeit im Coa­ching leben? Zu wie viel Pro­zent etwa?

Das war ja in dem Sin­ne kein Ziel! ;-) Von daher schwankt es zwi­schen 30%-50%.

Alles zusam­men genom­men – wür­dest du den Schritt der Exis­tenz­grün­dung wie­der tun?

AUF JEDEN FALL! Es ist aus­ge­spro­chen beloh­nend. Und der Lohn kommt dabei in so vie­len Vari­an­ten daher – mehr als nur finan­zi­el­ler Natur!

Zum Abschluss: Wel­chen Tipp kannst du ande­ren Men­schen geben, die über eine Selb­stän­dig­keit als Coach nach­den­ken?

Sich aus­rei­chend Gedan­ken zu machen, zu wem man zu Beginn anschluss­fä­hig erscheint, wel­che The­men zu mir als Coach pas­sen, wor­in ich viel­leicht auch mal als Spar­ring Part­ner fun­gie­ren kann. Dies hat sich in all den Jah­ren gezeigt, dass es oft gefragt wird. Dabei geht es wirk­lich um das Nut­zen der Fach­ex­per­ti­se, Ein­schät­zung von Situa­tio­nen und nicht um mei­ne per­sön­li­chen Mei­nun­gen.

Als ehe­ma­li­ge Mar­ke­teer kann ich auch emp­feh­len, sich wirk­lich die Zeit für einen Busi­ness­plan zu neh­men. Je kla­rer ich selbst eine Vor­stel­lung habe, wo ich hin möch­te, umso bes­ser kann ich mich posi­tio­nie­ren.

Zu guter Letzt: Resi­li­enz auf­bau­en! Es ist nicht immer ein­fach, es gibt auch mal sau­re Gur­ken-Zei­ten und da hilft es, den Spaß an Geduld zu ent­wi­ckeln, immer alles dafür tun, dass die Kun­den ger­ne zu einem kom­men, weil sie einen Nut­zen ent­de­cken.

www.profitlich.at

Buchrezension: Neurodidaktik für Trainer

Hüt­ter, Franz/Lang, Marei­ke San­dra: Neu­ro­di­dak­tik für Trai­ner – Trai­nings­me­tho­den effek­ti­ver gestal­ten nach den neu­es­ten Erkennt­nis­sen der Gehirn­for­schung. Bro­schiert, 320 Sei­ten, Ver­lag mana­ger­Se­mi­na­re, 2017, 49,90 €

Neu­ro­wis­sen­schaf­ten sind „en vogue“, gera­de auch unter Trai­nern, Bera­tern und Coachs. Viel­fach erstreckt sich das „Wis­sen“ zu die­sem The­ma jedoch v.a. auf Halb­wahr­hei­ten und aus dem Zusam­men­hang geris­se­ne Ein­zel­aus­sa­gen.

Daher ist die­ses Buch ein drin­gend not­wen­di­ger und über­aus wert­vol­ler Bei­trag zur Pro­fes­sio­na­li­sie­rung und inso­fern eine Pflicht­lek­tü­re für jeden (ange­hen­den) Trai­ner, Bera­ter oder Coach.

Auf über 300 dicht bedruck­ten Sei­ten zün­den die Auto­ren ein regel­rech­tes Feu­er­werk von neu­ro­wis­sen­schaft­li­cher Kom­pe­tenz. Zunächst klä­ren Sie fun­diert und umfäng­lich auf über den heu­ti­gen Stand des Wis­sens über die Funk­ti­on unse­res Gehirns und Ner­ven­sys­tems. Direkt im Anschluss wer­den die Top 3 des Neu­ro-Bull­shits kennt­nis­reich wider­legt: Die Legen­de von der Rechts- oder Links­hir­nig­keit, die Idee, wir wür­den nur 10 % unse­res Gehirns nut­zen sowie das Miss­ver­ständ­nis, unse­re Gehirn kön­ne Rea­li­tät und Ima­gi­na­ti­on nicht unter­schei­den. Es fol­gen die 12 Prin­zi­pi­en der Neu­ro­di­dak­tik. Sehr umfang­reich wer­den anschlie­ßend grund­le­gen­de Trai­nings­kon­zep­te, ver­brei­te­te Model­le und nahe­zu alle gän­gi­gen Metho­den des Softs­kill-Trai­nings aus neu­ro­wis­sen­schaft­li­cher Sicht unter die Lupe genom­men und erklärt. Erstaunt wird der Eine oder Ande­re hier zur Kennt­nis neh­men, dass auch vie­le klas­si­sche NLP-Tools dabei durch­aus sehr gut weg kom­men. Last but not Least set­zen sich die Auto­ren noch mit neu­en Trends wie den The­men Acht­sam­keit, Medi­ta­ti­on, digi­ta­les Ler­nen, Spie­le und Plan­spie­le aus­ein­an­der. Den Abschluss bil­den ein umfang­rei­ches Lite­ra­tur­ver­zeich­nis. Wem all die­se Infor­ma­tio­nen nicht aus­rei­chen, der kann sich zu vie­len The­men ergän­zend noch zusätz­li­ches Mate­ri­al aus dem Inter­net her­un­ter laden.

Trotz aller wis­sen­schaft­lich exak­ten Fach­lich­keit ist das Buch auch für Nicht-Neu­ro­wis­sen­schaft­ler gut ver­ständ­lich geschrie­ben, struk­tu­riert und spar­sam, aber sinn­voll mit Abbil­dun­gen ver­se­hen.

Auch wenn sich das Buch expli­zit an Trai­ner rich­tet, sind die dar­in ent­hal­te­nen Infor­ma­tio­nen zum sehr gro­ßen Teil eben­so wich­tig und not­wen­dig im Coa­ching und in der Bera­tung ein­setz­bar.

Ein­zi­ger Kri­tik­punkt am Buch: Die ohne­hin recht fili­gra­ne Schrift auch noch teil­wei­se in grau auf weiß zu set­zen ist eine wirk­lich über­flüs­si­ge Lese-Erschwer­nis.

chan­ge con­cepts-Fazit: Eine neu­ro­wis­sen­schaft­li­che Schatz­kis­te für jeden Trai­ner, Bera­ter und Coach, der effek­tiv und effi­zi­ent auf dem Wis­sens­stand von heu­te arbei­ten und dabei alte Hüte aus der Mot­ten­kis­te der Päd­ago­gik hin­ter sich las­sen möch­te.

Buchrezension: Business Coaching

Rich­ter-Kaupp, Sil­via u.a.: Busi­ness Coa­ching – Wie man Men­schen wirk­sam unter­stützt und sich als Coach erfolg­reich am Markt eta­bliert. Gebun­den, 312 Sei­ten; GABAL-Ver­lag, 2014, 24,90 €

Das kom­pak­te Buch, ver­fasst von einem Auto­ren­team um die Karls­ru­her Coach-Aus­bil­de­rin Sil­via Rich­ter-Kaupp bie­tet einen guten Über­blick über das The­ma Coa­ching für Neu­ein­stei­ger in den Beruf des Coachs eben­so wie für inter­es­sier­te Per­so­na­ler.

Begin­nend mit einem Kapi­tel Grund­la­gen über gän­gi­ge Defi­ni­tio­nen, For­men, The­men und Ein­satz­ge­bie­te von Coa­ching, wid­met sich das Buch anschlie­ßend eini­gen gän­gi­gen „Dog­men“ des Coa­chings und dis­ku­tiert und hin­ter­fragt die­se kri­tisch und intel­li­gent, bevor das wich­ti­ge The­ma „Ethik im Coa­ching“ dar­ge­stellt wird.

Im Fol­ge­ka­pi­tel „Per­sön­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on“ wer­den in der not­wen­di­gen Aus­führ­lich­keit die per­sön­li­chen Vor­aus­set­zun­gen, Hal­tun­gen und Fähig­kei­ten beschrie­ben, die ein Coach mit­brin­gen soll­te, wobei auf Grund­an­nah­men und Model­le aus Kon­struk­ti­vis­mus, NLP, Trans­ak­ti­ons­ana­ly­se, der Tie­fen­psy­cho­lo­gie C.G. Jungs sowie Neu­ro­wis­sen­schaf­ten und Gewalt­frei­er Kom­mu­ni­ka­ti­on Bezug genom­men wird.

Das drit­te Kapi­tel „Metho­di­sche Qua­li­fi­ka­ti­on“ umreißt das Vor­ge­hen im Coa­ching selbst und beschreibt eine Rei­he von Tools, die aus unter­schied­li­chen metho­di­schen Schu­len stam­men und gut umsetz­bar erklärt wer­den, bevor das abschlie­ßen­de Kapi­tel „Unter­neh­me­ri­sche Qua­li­fi­ka­tio­nen“ erläu­tert, wie eine gelun­ge­ne Posi­tio­nie­rung und dar­auf auf­bau­en­de Ver­mark­tung des eige­nen Ange­bots erfol­gen kann.

Ein umfang­rei­ches Lite­ra­tur- sowie ein Stich­wort­ver­zeich­nis run­den das Buch ab. Alles in allem ein sehr pra­xis­ori­en­tier­ter, gut struk­tu­rier­ter und mit vie­len hilf­rei­chen Model­len, Tools und Mate­ria­li­en gespick­ter Rat­ge­ber.

chan­ge con­cepts-Fazit: Kur­zer, kna­cki­ger, kom­pak­ter, aber trotz­dem fun­dier­ter und tief gehen­der, gut struk­tu­rier­ter Ein­stieg und Über­blick zum The­ma Busi­ness Coa­ching,
– geschrie­ben auf dem aktu­el­len Stand der fach­li­chen Debat­te. Daher: Sehr emp­feh­lens­wert!

„Kann man eigentlich heute noch von Coaching leben?“ und andere Fragen: Das Coaching-Magazin im Interview mit Oliver Müller

Interview mit Oliver Müller im Coaching-Magazin 2/2017Im Coa­ching­Ma­ga­zin 2/2017 beant­wor­tet Oli­ver Mül­ler im Inter­view eini­ge häu­fig gestell­te Fra­gen:

Kann man eigent­lich heu­te noch von Coa­ching leben?

Soll ich mich als Coach bes­ser haupt- oder neben­be­ruf­lich selbst­stän­dig machen?

Wie kann ich als Coa­ching-Anfän­ger über­haupt an Auf­trä­ge kom­men?

Ist eine Coa­ching-Aus­bil­dung auch dann sinn­voll, wenn ich nicht als (selbst­stän­di­ger) Coach arbei­ten will?

Hier fin­den sie alle Fra­gen und Ant­wor­ten.