Seminar EMDR für Coachs verschoben

Das Seminar „EMDR für Coachs“ mit Andreas Zimmermann ist aus organisatorischen Gründen verschoben auf März 2018. Weitere Infos gibt es im Büro von change concepts oder hier:http://change-concepts.de/wp-content/uploads/EMDR-für-Coachs-change-concepts.pdf

Interviews mit Absolventen, Teil 10: Simone Profitlich

Liebe Simone, nach deiner Coach-Ausbildung bei change concepts hast du dich selbständig gemacht. Wann war das genau und was bietest du genau an? Wer ist deine Zielgruppe? Was macht dich als Coach aus?

Dank deiner Ausbildung, die ich sehr genossen habe und bis heute gerne daran zurückdenke, habe ich mich 2010 als Unternehmensberaterin in Österreich selbständig gemacht. Mein Arbeitsort ist hauptsächlich in der Umgebung von Wien und im Rhein-Main-Gebiet. Als Basis gedient haben mir meine jahrelange Industrie-Erfahrung in der Medizinprodukte- und Pharmabranche, kombiniert mit der Ausbildung zum Coach und ebenso einer Zertifizierung zum Fachtrainer Wirtschafts- und Sozialkompetenz. Schon bei der Gründung meines Unternehmens profitlich training coaching concepts stand fest, dass dies auf drei Säulen stehen sollte: Coaching, Workshop-Moderationen und bei Bedarf Marketingunterstützung aufgrund meiner vorherigen Laufbahn.

Meine Zielgruppe sind vor allem Unternehmen in recht regulierten Bereichen (Pharma und Medizinprodukte, Gase-Hersteller, Finanzunternehmen, Lebensmittel). Hier sind es dann vorwiegend die Führungskräfte, mit denen ich sehr viel arbeite. Eine Herzensgruppe sind für mich die ganz „jungen“ Führungskräfte, die am Beginn oder sogar noch direkt vor ihrer Führungslaufbahn stehen. Diese im Sinne einer ressourcenvollen Arbeit bei dem Spagat „Vom Experten zur Führungskraft“ begleiten zu können und sie dabei zu unterstützen ihre Mitarbeiter kraftvoll zu führen, ist für mich eine echte Freude. Dabei bezieht sich „kraftvoll“ auf „eigene Kräfte erhalten“ und „Mitarbeiter bei Kräften zu halten“ in der heute so schnelllebigen, informations-intensiven und leistungsorientierten Arbeitswelt. Ein Stück Gesundheit in Unternehmen, ihrer Kultur und Zusammenarbeit zurückzugeben, finde ich lohnenswert. Mein eigener Slogan, der nur für mich selbst ausgesprochen war bei meiner Gründung lautet: „Gesund mit meinen Kunden voller Freude zusammenzuarbeiten“. So halte ich das bis heute.

Dazu gehört vor allem für mich immer die Berücksichtigung des Kontextes meiner Klienten und ihren Anliegen. Nur wenn etwas sinnvoll erscheint, kann es die notwendigen Umsetzungskräfte frei geben.

Was mich sonst noch als Coach ausmacht ist sicher meine Vorliebe für die „Macht der Sprache“, Achtsamkeit im Umgang mit mir und meinen Klienten, ich schätze den Einsatz von Wertschätzung, versehe Prozesse gerne mit Klarheit und Struktur und kann doch Flexibiltät darin ermöglichen. Zudem glaube ich, dass ich eine gewisse Gelassenheit und Zuversicht ausstrahle. Mein unerschütterlicher Glaube, dass meine Klienten alles besitzen, was sie für ihre Lösungen brauchen und wie eine Hebamme ihnen dabei zu helfen, es ans Tageslicht zu holen. Mit einem Schuss Humor, wenn meine Klienten ihn gerade gut gebrauchen können.

Wie lief das so mit der Existenzgründung? Was hat dir geholfen und welchen Herausforderungen hast du gegenüber gestanden?

In Österreich ist die Zulassung als Coach über zwei Wege reguliert. Es ist also kein freies Gewerbe wie in Deutschland:

a) Als diplomierter Lebens- und Sozialberater: Nach einer ca. 2,5 Jahre langen Ausbildung zum diplomierten Lebens- und Sozialberater ist man danach berechtigt, Privatpersonen in ihren persönlichen Lebensthemen zu coachen. Um der hohen Verantwortung dieser Arbeit zu entsprechen und den Ratsuchenden Schutz und Orientierungshilfe am “Psychologischen Markt” zu geben, wurde vom Gesetzgeber Lebens- und Sozialberatung im Jahr 1989 vom früher “freien” Gewerbe (d.h. keinerlei Befähigungsnachweis notwendig) in mehreren Schritten in ein “reglementiertes” Gewerbe umgewandelt.

b) Als Unternehmensberater: Hier muss man die Fähigkeit nachweisen ein Unternehmen zu führen. Dies geschieht entweder über die entsprechende Ausbildung als Unternehmensberater oder über einen individuellen Befähigungsnachweis über die bereits vorhandenen praktischen Erfahrung einer Unternehmensleitung. Mit dem Gewerbeschein als Unternehmensberater darf ich Personenkreise betrieblicher Umgebung coachen und beraten. Ich gehöre als Unternehmensberaterin der Wirtschaftskammer in Österreich an – dem Fachkreis Unternehmensberatung und Informationstechnologie.

Damit war der Weg in meinem Fall vorbestimmt – der individuelle Befähigungsnachweis über sämtliche erworbenen Qualifikationen und Erfahrungen (belegt über Arbeitszeugnisse) waren notwendig für den Gewerbeschein, um als Coach zu arbeiten. Dies ist verbunden mit der Vorlage bei der entsprechenden Behörde. Nach Erhalt des Gewerbeschein des reglementierten Gewerbes als Unternehmensberater konnte es losgehen.

Das klingt ja, verglichen mit unserer deutschen Rechtslage, dann doch etwas komplizierter und bürokratischer. Kannst du denn heute von deiner Arbeit im Coaching leben? Zu wie viel Prozent etwa?

Das war ja in dem Sinne kein Ziel! ;-) Von daher schwankt es zwischen 30%-50%.

Alles zusammen genommen – würdest du den Schritt der Existenzgründung wieder tun?

AUF JEDEN FALL! Es ist ausgesprochen belohnend. Und der Lohn kommt dabei in so vielen Varianten daher – mehr als nur finanzieller Natur!

Zum Abschluss: Welchen Tipp kannst du anderen Menschen geben, die über eine Selbständigkeit als Coach nachdenken?

Sich ausreichend Gedanken zu machen, zu wem man zu Beginn anschlussfähig erscheint, welche Themen zu mir als Coach passen, worin ich vielleicht auch mal als Sparring Partner fungieren kann. Dies hat sich in all den Jahren gezeigt, dass es oft gefragt wird. Dabei geht es wirklich um das Nutzen der Fachexpertise, Einschätzung von Situationen und nicht um meine persönlichen Meinungen.

Als ehemalige Marketeer kann ich auch empfehlen, sich wirklich die Zeit für einen Businessplan zu nehmen. Je klarer ich selbst eine Vorstellung habe, wo ich hin möchte, umso besser kann ich mich positionieren.

Zu guter Letzt: Resilienz aufbauen! Es ist nicht immer einfach, es gibt auch mal saure Gurken-Zeiten und da hilft es, den Spaß an Geduld zu entwickeln, immer alles dafür tun, dass die Kunden gerne zu einem kommen, weil sie einen Nutzen entdecken.

www.profitlich.at

Buchrezension: Neurodidaktik für Trainer

Hütter, Franz/Lang, Mareike Sandra: Neurodidaktik für Trainer – Trainingsmethoden effektiver gestalten nach den neuesten Erkenntnissen der Gehirnforschung. Broschiert, 320 Seiten, Verlag managerSeminare, 2017, 49,90 €

Neurowissenschaften sind „en vogue“, gerade auch unter Trainern, Beratern und Coachs. Vielfach erstreckt sich das „Wissen“ zu diesem Thema jedoch v.a. auf Halbwahrheiten und aus dem Zusammenhang gerissene Einzelaussagen.

Daher ist dieses Buch ein dringend notwendiger und überaus wertvoller Beitrag zur Professionalisierung und insofern eine Pflichtlektüre für jeden (angehenden) Trainer, Berater oder Coach.

Auf über 300 dicht bedruckten Seiten zünden die Autoren ein regelrechtes Feuerwerk von neurowissenschaftlicher Kompetenz. Zunächst klären Sie fundiert und umfänglich auf über den heutigen Stand des Wissens über die Funktion unseres Gehirns und Nervensystems. Direkt im Anschluss werden die Top 3 des Neuro-Bullshits kenntnisreich widerlegt: Die Legende von der Rechts- oder Linkshirnigkeit, die Idee, wir würden nur 10 % unseres Gehirns nutzen sowie das Missverständnis, unsere Gehirn könne Realität und Imagination nicht unterscheiden. Es folgen die 12 Prinzipien der Neurodidaktik. Sehr umfangreich werden anschließend grundlegende Trainingskonzepte, verbreitete Modelle und nahezu alle gängigen Methoden des Softskill-Trainings aus neurowissenschaftlicher Sicht unter die Lupe genommen und erklärt. Erstaunt wird der Eine oder Andere hier zur Kenntnis nehmen, dass auch viele klassische NLP-Tools dabei durchaus sehr gut weg kommen. Last but not Least setzen sich die Autoren noch mit neuen Trends wie den Themen Achtsamkeit, Meditation, digitales Lernen, Spiele und Planspiele auseinander. Den Abschluss bilden ein umfangreiches Literaturverzeichnis. Wem all diese Informationen nicht ausreichen, der kann sich zu vielen Themen ergänzend noch zusätzliches Material aus dem Internet herunter laden.

Trotz aller wissenschaftlich exakten Fachlichkeit ist das Buch auch für Nicht-Neurowissenschaftler gut verständlich geschrieben, strukturiert und sparsam, aber sinnvoll mit Abbildungen versehen.

Auch wenn sich das Buch explizit an Trainer richtet, sind die darin enthaltenen Informationen zum sehr großen Teil ebenso wichtig und notwendig im Coaching und in der Beratung einsetzbar.

Einziger Kritikpunkt am Buch: Die ohnehin recht filigrane Schrift auch noch teilweise in grau auf weiß zu setzen ist eine wirklich überflüssige Lese-Erschwernis.

change concepts-Fazit: Eine neurowissenschaftliche Schatzkiste für jeden Trainer, Berater und Coach, der effektiv und effizient auf dem Wissensstand von heute arbeiten und dabei alte Hüte aus der Mottenkiste der Pädagogik hinter sich lassen möchte.

Buchrezension: Business Coaching

Richter-Kaupp, Silvia u.a.: Business Coaching – Wie man Menschen wirksam unterstützt und sich als Coach erfolgreich am Markt etabliert. Gebunden, 312 Seiten; GABAL-Verlag, 2014, 24,90 €

Das kompakte Buch, verfasst von einem Autorenteam um die Karlsruher Coach-Ausbilderin Silvia Richter-Kaupp bietet einen guten Überblick über das Thema Coaching für Neueinsteiger in den Beruf des Coachs ebenso wie für interessierte Personaler.

Beginnend mit einem Kapitel Grundlagen über gängige Definitionen, Formen, Themen und Einsatzgebiete von Coaching, widmet sich das Buch anschließend einigen gängigen „Dogmen“ des Coachings und diskutiert und hinterfragt diese kritisch und intelligent, bevor das wichtige Thema „Ethik im Coaching“ dargestellt wird.

Im Folgekapitel „Persönliche Qualifikation“ werden in der notwendigen Ausführlichkeit die persönlichen Voraussetzungen, Haltungen und Fähigkeiten beschrieben, die ein Coach mitbringen sollte, wobei auf Grundannahmen und Modelle aus Konstruktivismus, NLP, Transaktionsanalyse, der Tiefenpsychologie C.G. Jungs sowie Neurowissenschaften und Gewaltfreier Kommunikation Bezug genommen wird.

Das dritte Kapitel „Methodische Qualifikation“ umreißt das Vorgehen im Coaching selbst und beschreibt eine Reihe von Tools, die aus unterschiedlichen methodischen Schulen stammen und gut umsetzbar erklärt werden, bevor das abschließende Kapitel „Unternehmerische Qualifikationen“ erläutert, wie eine gelungene Positionierung und darauf aufbauende Vermarktung des eigenen Angebots erfolgen kann.

Ein umfangreiches Literatur- sowie ein Stichwortverzeichnis runden das Buch ab. Alles in allem ein sehr praxisorientierter, gut strukturierter und mit vielen hilfreichen Modellen, Tools und Materialien gespickter Ratgeber.

change concepts-Fazit: Kurzer, knackiger, kompakter, aber trotzdem fundierter und tief gehender, gut strukturierter Einstieg und Überblick zum Thema Business Coaching,
– geschrieben auf dem aktuellen Stand der fachlichen Debatte. Daher: Sehr empfehlenswert!

„Kann man eigentlich heute noch von Coaching leben?“ und andere Fragen: Das Coaching-Magazin im Interview mit Oliver Müller

Interview mit Oliver Müller im Coaching-Magazin 2/2017Im CoachingMagazin 2/2017 beantwortet Oliver Müller im Interview einige häufig gestellte Fragen:

Kann man eigentlich heute noch von Coaching leben?

Soll ich mich als Coach besser haupt- oder nebenberuflich selbstständig machen?

Wie kann ich als Coaching-Anfänger überhaupt an Aufträge kommen?

Ist eine Coaching-Ausbildung auch dann sinnvoll, wenn ich nicht als (selbstständiger) Coach arbeiten will?

Hier finden sie alle Fragen und Antworten.

Interviews mit Absolventen, Teil 9: Astrid Hagenau

Liebe Astrid Hagenau,

Nach deiner Coach-Ausbildung bei change concepts hast du dich als Coach selbständig gemacht. Wann war das genau und was bietest du genau an? Wer ist deine Zielgruppe? Was macht dich als Coach aus?

Ein paar Monate nach meiner Ausbildung bei change concepts, also im Sommer 2015, habe ich mich zusammen mit meiner Schwester mit dem Unternehmen „Stimmste?! – Institut für Stimme & Persönlichkeit“ selbstständig gemacht. Wir bieten in erster Linie Stimm- und Sprechtraining im B2B-Bereich an.

Zu uns kommen Menschen, die ihre Stimme in großem Ausmaß brauchen – sei es um zu präsentieren, Vorträge zu halten, Meetings zu moderieren, Teams zu leiten oder Gespräche zu führen.

Oftmals ist es der Wunsch, die Stimme und Körpersprache bewusster einzusetzen, der unsere Klienten antreibt, für ein Training oder Coaching zu uns zu kommen bzw. uns für die Mitarbeiter eines Unternehmens einzuladen. Viele sind sich ihrer Wirkung auf ihre Gesprächspartner nicht bewusst und wünschen sich einen Spiegel, andere kennen die Schattenseiten ihrer Wirkung nur zu genau und möchten diese gerne verändern.

Da die Arbeit an der Stimme immer auch mit der Persönlichkeit verknüpft ist, kann ich die Methoden, Erfahrungen und das Hintergrundwissen meines ursprünglich erlernten Berufs – Logopädin – optimal mit dem Wissen, der Grundhaltung und den Tools aus der Coaching-Ausbildung verbinden. Dadurch kann ich gleichzeitig an der Persönlichkeit und der Stimme arbeiten, wodurch ich mit meinen Klienten schneller und effektiver Ergebnisse erzielen kann und der Alltagstransfer gesichert ist.

Wie lief das so mit der Existenzgründung? Was hat dir geholfen und welchen Herausforderungen hast du gegenüber gestanden?

Wir haben unseren Businessplan im Rahmen des AC-Quadrat-Gründungswettbewerbs geschrieben und danach direkt in die Tat umgesetzt. Dadurch hatten wir großartige Unterstützung von verschiedenen Fachleuten und vor allem Termine, zu denen bestimmte Teile des Plans fertig sein mussten. Diese Deadlines haben uns geholfen, fokussiert und konsequent an dem Plan zu arbeiten, obwohl wir beide parallel in Anstellungsverhältnissen bzw. anderer selbstständiger Tätigkeit gearbeitet haben. Der Businessplan hat uns außerdem gezwungen, uns auch mit den eher unangenehmen Themen zu beschäftigen – Finanzplanung oder definierte Zielgruppen beispielsweise … Der Austausch mit anderen Existenzgründern und Gründungsberatern hat uns dabei sehr geholfen.

Herausfordernd und ein längerer Prozess war auch die Veränderung des eigenen Mindsets vom angestellten Therapeuten – für jemand anderen arbeiten, finanzielle Sicherheit, vorgegebene Strukturen, dem Patienten Übungen/Wissen vorgeben und anleiten – zu der neuen Rolle als Coach – mit einer neuen inneren Haltung Prozessbegleiter sein, sich selbst und die eigenen Themen ganz zurücknehmen, Impulsgeber sein, damit der Klient selbst zur Lösung findet.

In einem nächsten Schritt galt es dann, die Vereinbarkeit der neue Rolle als Coach mit der Rolle des selbstständigen Unternehmers zu meistern: Sichtbar sein, offensiv potenzielle Kunden ansprechen, Vernetzung mit interessanten Kooperationspartnern … um nur einige Beispiele zu nennen.

Kannst du heute von deiner Arbeit im Coaching leben? Zu wie viel Prozent etwa?

Da das reine Coaching nur ein Teil in unserem Portfolio ist, ist die Frage nicht so einfach zu beantworten. Alleine vom Coaching könnte ich noch nicht leben – das macht nur zu einem kleinen Anteil unseren Umsatz aus.

Alles zusammen genommen – würdest du den Schritt der Existenzgründung wieder tun?

Ein klares JA! Ich bin sehr dankbar für die gewonnene Freiheit, die Flexibilität und die Möglichkeit, eigenen Ideen direkt umzusetzen. Die Arbeit mit so vielen verschiedenen Menschen an Stimme und Persönlichkeit und das Auslösen und Beobachten von positiven Veränderungen in anderen Menschen macht mir unglaublich viel Spaß.

Zum Abschluss: Welchen Tipp kannst du anderen Menschen geben, die über eine Selbständigkeit als Coach nachdenken?

Nimm Dir die Zeit und überlege genau, welche Kunden Du gerne haben möchtest und was Du diesen Kunden geben kannst. Eine klare Positionierung ist unglaublich wichtig. Und erzähle Deine Idee. Suche Dir Netzwerke mit Existenzgründern oder Unternehmern – Feedback zur Unternehmensidee kann Gold wert sein :-)

www.stimmste.de

Buchrezension: Jetzt werde ich Coach!

Richter, Christiane und Reitz, Peter: Jetzt werde ich Coach! Praxiswissen für Einsteiger. Gebunden, 204 Seiten; BELTZ-Verlag, 2016, 29,95 €

Das Buch der beiden Autoren, die selbst gemeinsam ein Coaching-(Ausbildungs-)Institut leiten, will Neulingen im Beruf „Coach“ an die Hand nehmen bei Fragen der Selbstfindung und –Klärung in der beruflichen Rolle sowie im beruflichen Selbstverständnis.

Das Buch hat eine ansprechende, interaktive Aufmachung und bietet zahlreiche Beispiele, Übungsaufgaben und Zusammenfassungen.

Inhaltlich beginnt es mit der Definition von Coaching und Abgrenzungen und behandelt dann in weiteren Kapiteln Themen wie Zugangsvoraussetzungen zum Beruf „Coach“, Ausbildungen, den Einstieg in den Beruf und die Entwicklung und Vermarktung eines eigenen Konzeptes. Auch die Frage nach weiteren Standbeinen sowie die Themen Verbände, Kooperationen, Weiterbildung oder Supervision werden diskutiert.

Abgerundet wird das Buch durch Interviews mit Coachs aus der Praxis, Buch- und Link-Tipps sowie den Verweis auf die Mentoring- und Ausbildungsangebote der Autoren für angehende Coachs in ihrem eigenen Institut.

Das Buch ist kompetent und nett gemacht, bleibt aber doch relativ an der Oberfläche und bei sehr grundlegenden Fragen stehen. Auch die verwendete Sprache ist relativ einfach gehalten und strahlt so wenig Professionalität aus.

change concepts-Fazit: Ansprechend aufgemachtes, leicht lesbares absolutes Basic-Buch, das Interessenten am Beruf des Coachs und Neulinge im Berufsfeld an die Hand nimmt und hilft, sich zu Beginn des Weges im „Dschungel“ von Markt und Branche zu orientieren. Wer schon Erfahrungen als Selbstständiger oder in einem verwandten Berufsfeld mitbringt, wird wenig Neues hören.

Interviews mit Absolventen, Teil 8: Hans-Georg Lauer

Lieber Hans-Georg,

Nach deiner Ausbildung bei change concepts hast du dich als Coach selbständig gemacht. Wann war das genau und was bietest du genau an? Wer ist deine Zielgruppe? Was macht dich als Coach aus?

Als Diplom-Kaufmann hatte ich schon immer den Wunsch, mich eines Tages nicht nur als Geschäftsführer oder Manager bei anderen Unternehmen zu beweisen, sondern auch ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Deshalb stand schon zu Beginn meiner Coaching-Ausbildung bei change concepts fest, dass ich mich nach 25 Jahren im Management selbstständig machen werde.

Mir ist es wichtig, mein Coaching-Angebot auf eine Zielgruppe auszurichten. Meine langjährige Manager-Erfahrung gepaart mit meinem weiteren Studium zum Diplom-Psychologen legten es nahe, mich auf das Coaching von Führungskräften zu spezialisieren. Heute konzentriere ich mich auf Führungskräfte (männliche und weibliche) in Konzernen, im Mittelstand, in Verwaltung und Non-Profit-Unternehmen. Meine Dienstleistung umfasst sowohl Einzel- als auch Team-Coaching sowie Mediation und Karriereberatung.

Als Coach macht mich aus, dass sich sowohl die Unternehmenswelt von innen kenne als auch über Coaching- und verhaltenstherapeutische Ansätze verfüge, um Veränderung für einzelne Führungskräfte und Teams zu ermöglichen.

Wie lief das so mit der Existenzgründung? Was hat dir geholfen und welchen Herausforderungen hast du gegenüber gestanden?

Die Existenzgründung lief ohne größere Probleme. Geholfen haben mir sicherlich meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse. Ich habe mir ganz bewusst einen Geschäftsplan für die ersten drei Jahre aufgebaut und mehrfach überprüft. Schließlich sollte ich als Coach bzw. Berater mit gutem Beispiel vorangehen. Herausfordernd für mich war: Ich musste mich jetzt um alles selbst kümmern. Das war erst mal gewöhnungsbedürftig.

Kannst du heute von deiner Arbeit im Coaching leben? Zu wie viel Prozent etwa?

Bislang ist mein Geschäftsplan gut aufgegangen. Ich kann von meiner Arbeit im Coaching leben. Allerdings verlangt dies mehr als einen Acht-Stunden-Tag. Und die Bereitschaft, sich aktiv um Neukunden zu bemühen.

Alles zusammen genommen – würdest du den Schritt der Existenzgründung wieder tun?

Definitiv. Es macht mir unheimlich viel Spaß. Ich bin froh, diesen Weg mit Anfang 50 eingeschlagen zu haben. Es war für mich genau die Herausforderung, die ich in diesem Lebensabschnitt brauchte. Und das Feedback, welches ich jetzt bekomme, ist wirklich motivierend. Zumal ich mich in meinem Lieblings-Gebiet auch immer weiter fortbilden kann.

Zum Abschluss: Welchen Tipp kannst du anderen Menschen geben, die über eine Selbständigkeit als Coach nachdenken?

Es ist wichtig, sich ehrlich zu befragen: Bin ich bereit, als Unternehmer jeden Tag aufs Neue etwas zu unternehmen, mich selbst immer wieder neu zu erfinden und habe ich eine solche Leidenschaft für das Coaching, die mich eine Durststrecke überstehen lässt?

www.hglauer.com