Interviews mit Absolventen, Teil 19: Susanne Bürger

Susanne Bürger

Lie­be Susan­ne, nach dei­ner Coa­ching-Aus­bil­dung bei chan­ge con­cepts hast du dich als Coa­chin selb­stän­dig gemacht. Wann war das genau und was bie­test du genau an? Wer ist dei­ne Ziel­grup­pe? Was macht dich als Coa­chin aus?

Ich habe die Aus­bil­dung bei dir 2011 been­det. Nach eini­gem Rum­pro­bie­ren und schlau­en Tipps von außen ;-) hat mich mei­ne Ziel­grup­pe gera­de neu gefun­den. Ich habe die­ses Jahr einen Rat­ge­ber für Eltern geschrie­ben, und dar­über defi­niert sich mei­ne Ziel­grup­pe. Ich bie­te schwer­punkt­mä­ßig wing­wa­ve-Coa­chings an, um Eltern in Kri­sen wie­der in ihre Kraft zu brin­gen.

Da ich das­sel­be sehr gut ken­ne, wis­sen alle, die zu mir kom­men, dass sie sich nicht groß erklä­ren müs­sen. Aus mei­ner Sicht beschleu­nigt das vie­le Pro­zes­se.

Wie lief das so mit der Exis­tenz­grün­dung? Was hat dir gehol­fen und wel­chen Her­aus­for­de­run­gen hast du gegen­über gestan­den?

Ich fand es ein­fach schwer, mir ein­zu­ge­ste­hen, dass es doch ein­fach har­te Arbeit ist. Ich habe mir immer wie­der Hil­fe in den The­men geholt. Mein Mot­to dazu: „Wer ande­ren sei­ne Hil­fe anbie­ten möch­te, soll­te selbst auch bereit sein, Hil­fe anzu­neh­men!“

Kannst du heu­te von dei­ner Arbeit im Coa­ching leben? Zu wie viel Pro­zent etwa?

Nein. Ich woll­te immer nur ein paar Stun­den am Tag mit dem Coa­ching mein Geld ver­die­nen, und ande­re Erwar­tun­gen hat­te ich auch für die ers­ten Jah­re nicht. Dass jetzt ein Buch dazu­ge­kom­men ist, das sehr zeit­in­ten­siv war und ist, hat sich so erge­ben.

Planst du, mit­tel- oder lang­fris­tig ganz selb­stän­dig zu sein?

Ja, mei­ne Tätig­keit wird jedes Jahr umfang­rei­cher. Eine kom­plet­te Tätig­keit als Coach pla­ne ich jedoch nicht. Dafür sind ande­re Berei­che wie das Schrei­ben und Work­shops für mich genau­so inter­es­sant.

Alles zusam­men genom­men – wür­dest du den Schritt der Exis­tenz­grün­dung wie­der tun?

Ja!

Zum Abschluss: Wel­chen Tipp kannst du ande­ren Men­schen geben, die über eine Selb­stän­dig­keit als Coach nach­den­ken?

Aus heu­ti­ger Sicht bin ich etwas naiv gestar­tet. Mir war nicht klar, dass das alles erst­mal Mar­ke­ting bedeu­tet und vor allem „Sicht­bar­wer­den“ auch damit zu tun hat und nicht sofort ein­fach fällt. Bei mir war das ein ste­ti­ger Pro­zess. Von dem online-Schal­ten einer Home­page bis zu Video-Inter­views online stel­len gab es ein paar Lern­kur­ven.

Heu­te bin ich wesent­lich selbst­be­wuss­ter bei dem The­ma und kann viel bes­ser ein­ord­nen, wo am Markt mei­ne Ziel­grup­pe ist und vor allem, wel­che Men­schen mich suchen. Das hat etwas gedau­ert. Ich bin auch der Mei­nung, dass es nach der Coa­ching-Aus­bil­dung bei dir ja nicht vor­bei ist, son­dern man ja immer bei dem The­ma wei­ter­macht und die Basis eine sehr soli­de ist, auf die man super auf­bau­en kann. Bei mir ist gera­de noch mal eine kom­plett neue Ziel­grup­pe ent­stan­den, weil auf mei­nem bis­he­ri­gen Weg, den ich geplant hat­te, eine Stein­la­wi­ne roll­te. Ich habe ihn nicht frei­ge­räumt, son­dern habe ein­fach einen neu­en Weg genom­men. Auch das emp­feh­le ich: Mut zu Feh­lern und Fehl­ent­schei­dun­gen. Ist kein Welt­un­ter­gang, aber in Deutsch­land irgend­wie sehr ver­pönt, weil die Annah­me ist, dass manim­mer alles auf Anhieb rich­tig machen muss. Mei­ne kla­re Emp­feh­lung, weg vom Per­fekt­sein! Ein­fach anfan­gen, die Home­page muss nicht der Voll­pro­fi am Anfang gestal­ten. Ich emp­feh­le auch sich spitz auf­zu­stel­len und eine pas­sen­de Nische zu fin­den. Es gibt von Ruth Urban ein gutes Buch zum The­ma!

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