Interviews mit Absolventen, Teil 28: Katharina Meyer

Katharina Meyer

Lie­be Katha­ri­na, nach dei­ner Coa­ching-Aus­bil­dung bei chan­ge con­cepts hast du dich als Coach selb­stän­dig gemacht. Wann war das genau und was bie­test du genau an? Wer ist dei­ne Ziel­grup­pe? Was macht dich als Coach aus?

Die Aus­bil­dung habe ich 2016 abge­schlos­sen und sie hat mir vor allem viel Klar­heit über mich, mei­ne Wer­te und vor allem Zie­le gebracht. Das habe ich eine gan­ze Zeit sacken las­sen. Viel von den Aus­bil­dungs­in­hal­ten konn­te ich auf­grund Dei­ner sehr fun­dier­ten Wis­sens­ver­mitt­lung direkt für mei­ne haupt­be­ruf­li­che Mar­ke­ting­funk­ti­on und inner­halb der Team­füh­rung einsetzen.

Mit mei­ner eige­nen Coa­ching-Selbst­stän­dig­keit habe ich mich ernst­haft erst zwei Jah­re spä­ter aus­ein­an­der­ge­setzt. Nach­dem ich durch eine gesund­heit­li­che Bau­stel­le ein­mal mehr mei­ne Lei­den­schaft zur Ernäh­rung und damit auch mei­nen eige­nen Coa­ching-Fokus gefun­den hat­te, ent­schloss ich mich, wei­te­re Aus­bil­dun­gen zur Spe­zia­li­sie­rung als Food Coach auf­zu­set­zen. Seit­dem ver­fol­ge ich auch über mei­nen Ernäh­rungs­blog mei­ne Mis­si­on, die Welt noch ein wenig gesün­der zu machen ;-)

Aus Erfah­rung am eige­nen Leib weiß ich, wie erfolg­reich Nah­rungs­mit­tel als Medizin(ersatz) funk­tio­nie­ren kön­nen! Daher besteht mein Coa­ching-Kon­zept heu­te aus einer aus­ge­wo­ge­nen Mischung aus Ernäh­rungs­ex­per­ti­se, sys­te­mi­schen Coa­ching-Metho­den und einem Bau­kas­ten aus mei­nen eige­nen gesund­heit­li­chen „Bau­stel­len­er­kennt­nis­sen.“ Letz­te­re bestä­ti­gen auch immer wie­der mei­nem Fokus, in der Ernäh­rungs­be­ra­tung mög­lichst lösungs­ori­en­tiert zu arbei­ten und damit vor allem eines anzu­bie­ten: prak­ti­sche Hil­fe zur Selbst­hil­fe im Alltagstrott. 

Oft geht es bei Ernäh­rungs­the­men nicht nur ein­fach ums gesun­de Essen oder einem mög­lichst „beque­men“ Abnehm­plan. Schlech­tes Essen und Gewichts­pro­ble­me sind viel­mehr Neben­wir­kun­gen und Sym­pto­me unse­rer Denk- und Ver­hal­tens­mus­ter. Ganz im Coa­ching-Sprech damit also The­men hin­ter grö­ße­ren The­men und häu­fig vor allem unse­ren inne­ren Konflikten.

Neben einem indi­vi­du­el­len Ernäh­rungs­plan lösen und „befrie­den“ wir daher oft in mei­nen Coa­chings vie­le ambi­va­len­te Dimen­sio­nen und Tei­le in uns: Es beginnt mit dem Hun­ger, unse­rem Gewicht, führt über das Essen zur Gesund­heit und endet nicht sel­ten in Hal­tungs-und Iden­ti­täts­klar­hei­ten mei­ner Kli­en­ten im Umgang mit sich selbst.

Bei Bedarf baue ich auch Ent­span­nungs­tech­ni­ken in Form von pro­gres­si­ver Mus­kel­ent­span­nung und auto­ge­nem Trai­ning ein. Aus Erfah­rung eig­nen sie sich gut zur Mus­ter­un­ter­bre­chung und damit zur Über­win­dung von alten Ernährungsgewohnheiten.

Mit der Fra­ge nach der Ziel­grup­pe trig­gerst Du jetzt natür­lich mein Mar­ke­ting­herz. Von einer anfangs genau defi­nier­ten Ziel­grup­pe habe ich mich aber in der Tat für mei­ne Coa­ching-Pra­xis inzwi­schen gelöst. Wich­tig für erfolg­rei­che Gesprä­che sind eigent­lich „nur“ zwei Din­ge: Die Che­mie muss pas­sen und mein Gegen­über muss bereit sein für eine ehr­li­che, nicht immer beque­me, aber dafür umso berei­chern­de Rei­se zu mehr Gesund­heit und Selbstwertschätzung.

Dabei hole ich mei­ne Kli­en­ten auch immer mal mit einer ordent­li­chen Por­ti­on Humor bewusst aus ihren Denk­mus­tern und Kom­fort­zo­nen her­aus. Nicht ganz von unge­fähr war eines mei­ner Lieb­lings­tools in Dei­ner Aus­bil­dung das pro­vo­ka­ti­ve Coaching-Element.

Ich bie­te einen Reso­nanz­raum, um in ent­schleu­nig­ter Atmo­sphä­re ein offe­nes Aus­spre­chen der eige­nen oft dif­fu­sen Gedan­ken und Zwei­fel im Umgang mit Gewichts- und Ernäh­rungs­the­men zu ermög­li­chen und bie­te ein befrei­en­des Gefühl, dabei ver­stan­den zu wer­den – auf Augen­hö­he und mit ganz viel Fein­ge­spür und Sen­si­bi­li­tät für mei­nen Gesprächspartner.

… Und damit hast du ja eine kla­re USP for­mu­liert! Wie lief das so mit der Exis­tenz­grün­dung? Was hat dir gehol­fen und wel­chen Her­aus­for­de­run­gen hast du gegen­über gestanden?

Aktu­ell muss ich von mei­nen Coa­chings noch nicht leben und coa­che nur neben­be­ruf­lich. Das nimmt natür­lich total viel Exis­tenz­druck im Sin­ne eines har­ten Busi­ness-Modells. Nichts­des­to­trotz muss­te auch ich mich trotz­dem erst­mal in mei­ner neu­en Rol­le fin­den. Gera­de die­se anfäng­li­chen Iden­ti­täts­kri­sen fand ich ehr­lich gesagt ziem­lich ätzend und anstren­gend, aber im Nach­gang loh­nens­wert und sehr heil­sam, weil mir die­ser Pro­zess auch für mei­ne eige­ne Per­sön­lich­keit noch­mal viel Klar­heit gebracht hat.

Planst du, mit­tel- oder lang­fris­tig ganz selb­stän­dig zu sein?

Mit­tel­fris­tig noch nicht, weil ich mich im Mar­ke­ting ger­ne noch wei­ter aus­to­ben möch­te. Lang­fris­tig kann ich mir das sehr gut vor­stel­len. Wat kütt dat kütt: Hier aber eben auch im Gegen­satz zum Job ohne künst­li­chen Zeit­druck. Der Mar­ke­teer in mir wür­de jetzt von einer „orga­ni­schen Wachs­tums­pla­nung“ sprechen. ;-)

Alles zusam­men genom­men – wür­dest du den Schritt der Exis­tenz­grün­dung wie­der tun?

Ja, immer wieder.

Zum Abschluss: Wel­chen Tipp kannst du ande­ren Men­schen geben, die über eine Selb­stän­dig­keit als Coach nachdenken?

Öfter mal einen Mut­aus­bruch wagen! Raus aus sei­nem eige­nen engen Tun­nel und all den selbst­ge­bau­ten All­tagsi­cher­hei­ten, um sei­ne eige­nen Gren­zen aus­tes­ten. Es geht oft so viel mehr, als man sich anfangs selbst zutraut. Und wenn nicht, geht es wie­der anders weiter… 

Zu mir hat vor Jah­ren mal ein ganz klu­ger Super­vi­sor gesagt, dass uns das Leben trägt, wenn wir es auch zulas­sen! Damals hab ich noch fast ein wenig ver­ächt­lich reagiert. Nach mei­ner Erfah­rung in den letz­ten Jah­ren und dem teil­wei­se holp­ri­gen, (selbst)zweifelhaften Pro­zess zur Selbst­stän­dig­keit, ver­ste­he und füh­le ich inzwi­schen die Strahl­kraft mit die­ser Aus­sa­ge. Damit ein­her geht immer wie­der ein Gefühl der inne­ren Gelas­sen­heit, der ich so lan­ge hin­ter­her­ge­sucht habe. 

Fazit: Was mei­ner Mei­nung nach auf jeden Fall nach jedem Coa­ching-Pro­zess bleibt, ist die berei­chern­de Erfah­rung und Schär­fung der Per­sön­lich­keit. Und auch das hält, neben gutem Essen natür­lich, auf Dau­er gesund. ;-)

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